Allgemein, Kurzvorstellungen
Schreibe einen Kommentar

Pickup: Weltpremiere der Mercedes-Benz X-Klasse

Pickup: Weltpremiere der Mercedes-Benz X-Klasse (Foto: Mercedes-Benz).

Mercedes-Benz stellt seinen ersten Pickup vor, die X-Klasse. Gefertigt wird die neue Fahrzeugklasse in Kooperation mit der Renault-Nissan Allianz. Mercedes sieht hier einen Zukunftsmarkt. Die X-Klasse soll robust, belastbar und geländegängig sein und mit einem PKW-typischen Komfort aufwarten. In Europa ist der Marktstart für November geplant. Der Einstiegspreis beginnt in Deutschland bei 37.294 Euro.

Mit den Pickups der X-Klasse stößt Mercedes-Benz in ein neues Marktsegment vor. Die neue Fahrzeugklasse feierte in Südafrika ihre Weltpremiere, einem der Kernmärkte des Modells. In Europa soll die Markteinführung noch im November 2017 starten. Anfang 2018 folgen Südafrika, Australien und Neuseeland, Anfang 2019 Argentinien und Brasilien. In der Form hat sich das Konzeptfahrzeug (zum Glück) noch etwas verändert.

Pressekonferenz zur X-Klasse mit Dr. Dieter Zetsche und Wilfried Porth

Wilfried Porth erklärt die Bedeutung der X-Klasse für Daimler

Bereits heute zählen mittelgroße Pickups zum normalen Straßenbild in vielen Ländern, insbesondere auf der Südhalbkugel. In Argentinien und Australien beispielsweise machen sie deutlich über 10 Prozent des Gesamtmarkts (2016: 12% bzw. 16%) aus. Und die Märkte versprechen weiteres Wachstum. Experten rechnen bis zum Jahr 2026 mit knapp 20 Prozent Zuwachs in Argentinien und mit sechs Prozent in Australien. In Brasilien wird ein hoher zweistelliger Zuwachs erwartet, für Europa ist mit 12 Prozent ebenfalls ein deutliches Wachstum vorhergesagt. »Gleichzeitig verändert sich das Segment der mittelgroßen Pickups«, meint Wilfried Porth. »Die Fahrzeuge sind nicht mehr nur bei gewerblichen Kunden gefragt, sondern werden auch als vielseitige Privatfahrzeuge immer beliebter – mit Pkw-typischen Eigenschaften und hohem Komfort.« Hier sieht Mercedes-Benz seine Chance.

Volker Mornhinweg erklärt warum Mercedes auch Pickup kann

»Die X-Klasse ist der erste echte Pickup, der mit Pkw-Eigenschaften überzeugt. Robust, belastbar und geländegängig, wie es ein Pickup sein muss«, sagt Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes Benz Vans. »Ästhetisch, fahrdynamisch, komfortabel, sicher, vernetzt und individuell, wie man es von einem Mercedes erwartet. Damit verschiebt die X Klasse die Grenzen der klassischen Pickup-Welt und macht diese Fahrzeugklasse auch für die private Nutzung attraktiv. Mit drei Ausstattungslinien und einem umfassenden Individualisierungsprogramm bieten wir für unterschiedliche Kundengruppen und ihre Bedürfnisse das optimale Fahrzeug.«

X-Klasse in drei Ausstattungsvarianten

Das Mercedes-Benz noch neu ist im Pickup-Segment, ficht den Autobauer nicht an. Man sieht sich als erster Premiumhersteller bei mittelgroßen Pickups. Die X-Klasse soll die typischen Eigenschaften eines Pickups – robust, funktional, belastbar und geländegängig – mit den klassischen Mercedes-Stärken – Design, Komfort, Fahrdynamik und Sicherheit, vereinen. Vom Design her hat man sich bei den SUV bedient.

Zur Auswahl stehen drei Ausstattungsvarianten, Vier- und Sechszylindermotoren, Hinterradantrieb und zuschaltbarer oder permanenter Allradantrieb, Sechsgang-Handschaltung und Siebengang-Automatikgetriebe sowie ein Zubehörprogramm. Die Basisvariante Pure für den klassisch-robusten Einsatz, Progressive für höhere Ansprüche an Wertigkeit und Komfort sowie Power als Highend-Variante für den sogenannten urbanen Lifestyle.

Die Markteinführung startet mit dem Diesel X 220 d (120 kW/163 PS) und dem X 250 d (140 kW/190 PS) sowie – in ausgewählten Märkten – einem Benzinmotor (122 kW/165 PS). Als Topmotorisierung soll ab Mitte 2018 ein V6-Diesel mit 190 kW/258 PS folgen. In wie weit dies mit der aktuellen Diesel-Diskussion von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich zeigen.

X-Klasse mit einer Tonne Nutzlast

Die X-Klasse stemmt eine Nutzlast von bis zu 1,1 Tonnen. Das reicht beispielsweise für den Transport von 17 vollen 50-Liter-Bierfässern auf der Ladefläche. Mit einer Zugkraft von bis zu 3,5 Tonnen zieht der Pickup einen Anhänger mit drei Pferden oder eine Acht-Meter-Yacht.

Das Ladebett ist in der Breite so konzipiert, dass auch zwischen den Radhäusern eine Europalette quer verladen werden kann. Die Beleuchtung der Ladefläche gehört serienmäßig zur Ausstattung. In der dritten Bremsleuchte befinden sich LED-Lichter, die das gesamte Ladebett ausleuchten. Die Bedienung erfolgt über einen Schalter in der Mittelkonsole. Das Licht schaltet sich automatisch aus, sobald die Zündung eingeschaltet ist. Eine 12-Volt-Steckdose zum Betrieb von Zusatzgeräten, wie zum Beispiel Kompressoren, gehört ebenfalls zur Grundausstattung des Ladebetts.

Abmessungen: 5.340 x 1.920 x 1.819 mm (LxBxH), Radstand: 3.150 mm, Ladebett: 1.587 x 1.560 x 474 mm (LxBxH), max. Zuladung: 1.042 kg, Anhängelast gebremst: 1.650-3.500 kg (je nach Motorisierung).

X-Klasse Produktion: Kooperation zwischen Daimler und Renault-Nissan Allianz

Gefertigt wird der Pickup mit dem Stern in einer Produktionsgemeinschaft mit der Renault-Nissan Allianz. Die Produktion für den europäischen, australischen und südafrikanischen Markt beginnt 2017 im Nissan-Werk in Barcelona, Spanien. Die X-Klasse für den lateinamerikanischen Markt wird ab 2019 im Renault-Werk in Cordoba, Argentinien vom Band laufen. Mercedes-Benz erhofft sich damit einen schnellen und kosteneffizienten Einstieg in das wachstumsstarke Segment der Midsize-Pickups. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen von einer optimalen Produktionsauslastung profitieren. Nissan ist weltweit die Nr. 2 unter den Herstellern mittelgroßer Pickups mit einer Tonne Zuladung und blickt auf mehr als 80 Jahre Erfahrung in Produktion und Verkauf dieser Fahrzeuge zurück.

Unter dem Blech mit dem Stern verbirgt sich eigentlich ein Nissan Navarra. Mercedes hat aber zugegeben viel unternommen, um dies zu kaschieren. Die Frage ist aber, kann sich die X-Klasse auf der Straße gegen die etablierten Pickups behaupten. Neben Nissan sind hier unter anderem der Ford Ranger und Toyota Hilux zu nennen. Hierzulande tritt man auch gegen den VW Amorak an. Kritiker bemängeln bereits jetzt, die X-Klasse ist für den Chef, aber nicht für das arbeitende Volk. Auch dass Pickups verkaufstechnisch deutlich zulegen, erscheint zumindest für Deutschland fraglich. An den Erfolg der SUVs haben vor rund 20 Jahren zwar auch nur wenige gedacht, aber der Pickup wird dies nicht wiederholen können. In Großstädten ist es schwer genug, mit einem SUV einen Parkplatz zu ergattern, geschweige denn mit einem Pickup.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.